Mittwoch, 7. Oktober 2026 Xetra MediadatenEintrag anfragenKontakt
BörsenBote.deDer Branchenwegweiser für Börse, Handel und Kapitalmarkt
DAX25.449,19+0,77 % MDAX30.543,27+0,38 % Euro Stoxx 506.170,80-1,31 % S&P 5007.818,93+0,58 % Dow Jones51.521,28+0,49 % Nasdaq 10031.224,47+0,48 % Nikkei 22570.035,71-0,92 % Gold4.142,20-1,07 % Silber60,41-1,92 % Brent101,27+0,69 % EUR/USD1,0843– Bitcoin83.683-2,18 % Ethereum2.577-4,45 % Bund 10 Jahre3,52+0,03 Pkt.
Schlagzeilen

Ratgeber · Einstieg

Zehn Grundregeln für die Geldanlage an der Börse

Die wichtigsten Tipps für Anleger: Notgroschen, Anlagehorizont, Streuung, Kosten, Disziplin und typische Fehler, die Rendite kosten. Stand: 06.10.2026.

An der Börse gibt es keine Gewissheiten, aber es gibt Regeln, die sich über Jahrzehnte bewährt haben. Wer sie beachtet, vermeidet die häufigsten Fehler, die Privatanleger Geld kosten.

1. Erst der Notgroschen, dann die Börse

Bevor Geld in Aktien fließt, sollte eine Reserve von etwa drei bis sechs Monatsausgaben auf einem Tagesgeldkonto liegen. Wer bei einer kaputten Waschmaschine oder einem Jobwechsel Aktien verkaufen muss, verkauft womöglich zum ungünstigsten Zeitpunkt.

2. Nur Geld anlegen, das Sie lange entbehren können

Aktienkurse können innerhalb weniger Monate um 30 Prozent und mehr fallen. Historisch haben breit gestreute Aktienanlagen solche Einbrüche über zehn Jahre und mehr in aller Regel aufgeholt. Für kurze Zeiträume sind Aktien deshalb ungeeignet.

3. Breit streuen

Ein einzelnes Unternehmen kann scheitern, ein weltweit gestreutes Portfolio aus Hunderten Unternehmen kaum. Indexfonds (ETFs) auf breite Indizes bieten diese Streuung günstig. Wer Einzelaktien kauft, sollte sie über Branchen und Länder verteilen. Mehr dazu im Ratgeber ETF-Sparplan.

4. Auf die Kosten achten

Ordergebühren, Spreads und laufende Fondskosten schmälern die Rendite jedes Jahr. Ein Prozentpunkt weniger Kosten macht über 30 Jahre einen erheblichen Unterschied. Vergleichen Sie Broker und achten Sie bei Fonds auf die laufenden Kosten (TER). Anbieter finden Sie im Verzeichnis der Online-Broker.

5. Regelmäßig investieren

Den besten Einstiegszeitpunkt kennt niemand. Wer monatlich einen festen Betrag anlegt, kauft automatisch bei niedrigen Kursen mehr Anteile und bei hohen weniger (Durchschnittskosteneffekt) und nimmt die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt aus der Entscheidung.

6. Verstehen, was man kauft

Kaufen Sie nur, was Sie in zwei Sätzen erklären können: Womit verdient das Unternehmen Geld, und warum sollte es künftig mehr verdienen? Kennzahlen wie KGV, Dividendenrendite und fairer Wert helfen bei der Einordnung, erklärt im Ratgeber Aktien bewerten.

7. Keine Panik bei Kursstürzen

Die teuersten Fehler entstehen aus Angst und Gier. Wer im Crash verkauft, macht Buchverluste zu echten Verlusten und verpasst oft die Erholung. Der Angst-und-Gier-Index zeigt, wie stark die Stimmung gerade ausschlägt; extreme Werte waren in der Vergangenheit oft eher Signale für das Gegenteil.

8. Nicht jedem Tipp hinterherlaufen

Heiße Tipps aus sozialen Medien, Börsenbriefen oder Chatgruppen sind häufig bezahlt oder Teil von Kursmanipulationen, besonders bei kleinen, wenig gehandelten Werten. Die BaFin warnt regelmäßig vor solchen Kampagnen. Prüfen Sie Quellen und lesen Sie Pflichtmitteilungen der Unternehmen selbst.

9. Steuern und Freibeträge nutzen

Jeder Anleger in Deutschland hat einen Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro im Jahr (Ehepaare 2.000 Euro). Ein Freistellungsauftrag bei der Bank sorgt dafür, dass darauf keine Abgeltungsteuer einbehalten wird. Details im Ratgeber Steuern auf Kapitalerträge.

10. Regelmäßig überprüfen, selten umschichten

Einmal im Jahr lohnt ein Blick auf das Depot: Passt die Aufteilung zwischen Aktien, Anleihen und Tagesgeld noch zu Ihren Zielen? Weicht sie stark ab, wird zurückgeschichtet (Rebalancing). Häufiges Hin- und Herhandeln kostet dagegen vor allem Gebühren.

Dieser Ratgeber ersetzt keine individuelle Anlage- oder Steuerberatung.

Häufige Fragen

Wie viel Geld sollte ich als Notgroschen zurücklegen?

Üblich sind drei bis sechs Monatsausgaben auf einem Tagesgeldkonto. Erst das Geld darüber hinaus sollte langfristig an der Börse angelegt werden.

Ab welchem Betrag lohnt sich die Geldanlage an der Börse?

Mit Sparplänen auf ETFs oder Aktien lässt sich oft schon ab 1 bis 25 Euro im Monat anlegen. Wichtiger als der Betrag sind Regelmäßigkeit, niedrige Kosten und ein langer Anlagehorizont.

Wie lange sollte ich Aktien mindestens halten?

Für Geld, das in Aktien angelegt wird, gilt ein Horizont von mindestens zehn Jahren als sinnvoll. Über kürzere Zeiträume können Kursverluste nicht immer aufgeholt werden.