Ratgeber · Strategie
Dividendenstrategie: Mit Ausschüttungen ein Einkommen aufbauen
Wie Dividenden funktionieren, was Ex-Tag, Zahltag und Dividendenrendite bedeuten, woran man nachhaltige Ausschüttungen erkennt und welche Fehler Dividendenjäger machen. Stand: 06.10.2026.
Dividenden sind der Teil des Gewinns, den ein Unternehmen an seine Aktionäre ausschüttet. Deutsche Unternehmen zahlen meist einmal im Jahr nach der Hauptversammlung, viele US-Unternehmen vierteljährlich.
Die wichtigsten Termine
- Hauptversammlung: Die Aktionäre beschließen die Höhe der Dividende.
- Ex-Tag: Ab diesem Tag wird die Aktie ohne Anspruch auf die Dividende gehandelt; der Kurs sinkt rechnerisch um den Dividendenbetrag. Wer die Dividende erhalten will, muss die Aktie spätestens am Tag davor kaufen.
- Zahltag: Die Dividende wird gutgeschrieben, in Deutschland meist zwei Bankarbeitstage nach dem Ex-Tag.
Die anstehenden Ex-Tage finden Sie im Dividendenkalender.
Woran man gute Dividendenaktien erkennt
- Ausschüttungsquote: Zahlt ein Unternehmen mehr aus, als es verdient, ist die Dividende auf Dauer gefährdet. Quoten zwischen 30 und 70 Prozent gelten als solide.
- Stabile oder steigende Gewinne: Nur wachsende Gewinne erlauben wachsende Dividenden.
- Historie: Unternehmen, die ihre Dividende über viele Jahre auch in Krisen gehalten oder erhöht haben, zeigen Verlässlichkeit.
- Verschuldung: Hohe Schulden konkurrieren mit den Aktionären um den freien Cashflow.
Vorsicht vor der Renditefalle
Eine ungewöhnlich hohe Dividendenrendite entsteht oft, weil der Kurs stark gefallen ist. Der Markt rechnet dann häufig mit einer Kürzung. Prüfen Sie deshalb, warum die Rendite so hoch ist. Die Rangliste höchste Dividendenrenditen blendet extreme Ausreißer aus, ersetzt aber nicht den Blick auf das Unternehmen.
Dividende ist kein Geschenk
Am Ex-Tag sinkt der Kurs um den ausgeschütteten Betrag, das Vermögen des Aktionärs bleibt gleich. Dividenden sind daher kein Zusatzertrag, sondern eine Form der Gewinnbeteiligung. Ihr Vorteil liegt in der Disziplin: Unternehmen, die verlässlich ausschütten, müssen ihr Kapital sorgfältig einsetzen.
Steuern
Dividenden unterliegen der Abgeltungsteuer, der Sparerpauschbetrag gilt auch hier. Bei ausländischen Aktien kommt Quellensteuer hinzu (Steuern auf Kapitalerträge).
Keine Anlageberatung.
Häufige Fragen
Wann muss ich eine Aktie kaufen, um die Dividende zu erhalten?
Spätestens am Handelstag vor dem Ex-Tag. Ab dem Ex-Tag wird die Aktie ohne Dividendenanspruch gehandelt.
Was ist eine gute Dividendenrendite?
Renditen von zwei bis fünf Prozent gelten bei soliden Unternehmen als üblich. Sehr hohe Renditen sind oft ein Warnsignal für eine erwartete Kürzung.
Was bedeutet die Ausschüttungsquote?
Sie gibt an, welcher Anteil des Gewinns als Dividende ausgezahlt wird. Quoten zwischen 30 und 70 Prozent gelten als solide; über 100 Prozent ist die Dividende auf Dauer gefährdet.