Ratgeber · Strategie
Börsengang (IPO) zeichnen: Ablauf, Chancen und Risiken
Wie Neuemissionen ablaufen, wie Privatanleger Aktien bei einem Börsengang zeichnen, was Preisspanne, Bookbuilding, Zuteilung und Lock-up bedeuten und worauf man achten sollte. Stand: 06.10.2026.
Bei einem Börsengang (Initial Public Offering, IPO) bietet ein Unternehmen erstmals Aktien öffentlich an. Für Anleger ist das die Gelegenheit, von Anfang an dabei zu sein; der Erfolg ist aber alles andere als sicher. Anstehende und vergangene Börsengänge zeigt der IPO-Kalender.
Der Ablauf
- Ankündigung (Intention to Float): Das Unternehmen kündigt den Börsengang an.
- Wertpapierprospekt: Nach Billigung durch die Aufsicht werden Prospekt, Preisspanne und Zeichnungsfrist veröffentlicht. Der Prospekt beschreibt Geschäft, Zahlen und Risiken.
- Bookbuilding: Während der Zeichnungsfrist geben Investoren Kaufaufträge innerhalb der Preisspanne ab.
- Preisfestsetzung und Zuteilung: Die begleitenden Banken legen den Ausgabepreis fest und teilen die Aktien zu. Bei großer Nachfrage erhalten Privatanleger oft nur einen Teil oder gar nichts.
- Erstnotiz: Die Aktie wird erstmals an der Börse gehandelt.
Wie man zeichnet
Zeichnungen laufen über die Hausbank oder einen Online-Broker, sofern dieser an der Emission teilnimmt, oder über die Website des Unternehmens. Sie geben an, wie viele Aktien Sie zu welchem Höchstpreis innerhalb der Spanne kaufen wollen. Bis zum Ende der Frist kann die Zeichnung meist geändert werden.
Worauf achten?
- Wer verkauft? Fließt das Geld ins Unternehmen (Kapitalerhöhung) oder verkaufen bisherige Eigentümer (Umplatzierung)? Letzteres ist nicht per se schlecht, verdient aber einen kritischen Blick.
- Bewertung: Vergleichen Sie die Bewertung mit börsennotierten Wettbewerbern, etwa über das KGV oder das Verhältnis zum Umsatz (Aktien bewerten).
- Lock-up: Altaktionäre verpflichten sich meist für sechs bis zwölf Monate, keine Aktien zu verkaufen. Läuft die Frist aus, kann Verkaufsdruck entstehen.
- Greenshoe: Die Banken können zusätzliche Aktien ausgeben und in den ersten Wochen den Kurs stabilisieren.
Die Bilanz von Neuemissionen
Manche Börsengänge starten mit kräftigen Kursgewinnen, andere fallen schon am ersten Tag unter den Ausgabepreis. Studien zeigen, dass viele Neuemissionen auf Sicht mehrerer Jahre hinter dem Gesamtmarkt zurückbleiben. Wie sich die Börsengänge der vergangenen Monate entwickelt haben, zeigt der Rückblick im IPO-Kalender.
Keine Anlageberatung.
Häufige Fragen
Wie zeichne ich Aktien bei einem Börsengang?
Über die Hausbank oder einen Online-Broker, der an der Emission teilnimmt, oder über die Website des Unternehmens. Angegeben werden Stückzahl und Höchstpreis innerhalb der Preisspanne.
Was ist eine Lock-up-Frist?
Die Verpflichtung von Altaktionären, ihre Aktien für einen bestimmten Zeitraum nach dem Börsengang nicht zu verkaufen, meist sechs bis zwölf Monate.
Lohnen sich Börsengänge für Privatanleger?
Manche Neuemissionen steigen kräftig, andere fallen schon am ersten Tag unter den Ausgabepreis. Studien zeigen, dass viele Börsengänge über mehrere Jahre hinter dem Markt zurückbleiben.