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Ratgeber · Analyse

Aktien bewerten: KGV, KBV, Dividendenrendite und fairer Wert erklärt

Die wichtigsten Kennzahlen zur Aktienbewertung verständlich erklärt: Kurs-Gewinn-Verhältnis, Kurs-Buchwert, Kurs-Umsatz, Dividendenrendite, Eigenkapitalrendite, fairer Wert und Analystenziele. Stand: 06.10.2026.

Ob eine Aktie günstig oder teuer ist, hängt nicht vom Kurs allein ab, sondern davon, was man für sein Geld bekommt: Gewinne, Vermögen, Umsatz und Dividenden. Kennzahlen setzen den Kurs ins Verhältnis und machen Unternehmen vergleichbar.

Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)

Das KGV teilt den Aktienkurs durch den Gewinn je Aktie. Ein KGV von 15 bedeutet: Anleger zahlen das 15-Fache des Jahresgewinns. Niedrige KGVs können auf eine günstige Bewertung hinweisen, aber auch auf schrumpfende Gewinne oder Risiken. Wachstumsunternehmen haben oft hohe KGVs, weil Anleger auf künftige Gewinne setzen. Sinnvoll ist der Vergleich innerhalb einer Branche; auf jeder Aktienseite zeigen wir deshalb den Branchenmedian. Die Rangliste günstigste Aktien nach KGV listet die niedrigsten Werte.

Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV)

Das KBV vergleicht den Börsenwert mit dem bilanziellen Eigenkapital. Ein KBV unter 1 heißt, dass die Börse das Unternehmen niedriger bewertet als sein Eigenkapital in der Bilanz. Aussagekräftig ist das vor allem bei Banken, Versicherungen und Immobiliengesellschaften.

Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV)

Das KUV setzt den Börsenwert ins Verhältnis zum Umsatz. Es hilft bei Unternehmen, die noch keinen Gewinn erzielen, etwa jungen Technologiefirmen.

Dividendenrendite

Die Dividendenrendite ist die Dividende je Aktie geteilt durch den Kurs. Drei Prozent bedeuten drei Euro Ausschüttung je 100 Euro Anlage. Sehr hohe Renditen sind oft ein Warnsignal: Der Kurs ist gefallen, weil der Markt eine Kürzung erwartet. Siehe höchste Dividendenrenditen und den Ratgeber Dividenden.

Eigenkapitalrendite und Marge

Die Eigenkapitalrendite zeigt, wie viel Gewinn ein Unternehmen aus dem Geld seiner Eigentümer erwirtschaftet; die Nettomarge, wie viel vom Umsatz als Gewinn übrig bleibt. Dauerhaft hohe Werte deuten auf Wettbewerbsvorteile hin.

Fairer Wert

Der faire Wert ist eine Modellrechnung, was eine Aktie auf Basis von Gewinnen, Umsätzen und Dividenden wert sein könnte. Liegt der Kurs deutlich darunter, gilt die Aktie nach diesem Modell als unterbewertet. Modelle vereinfachen jedoch und kennen keine Sondereffekte. Die Rangliste Aktien unter fairem Wert zeigt die größten Abstände.

Analystenziele

Banken und Researchhäuser veröffentlichen Kursziele für meist zwölf Monate. Der Durchschnitt mehrerer Analysten (Konsens) ist aussagekräftiger als ein einzelnes Ziel. Kursziele werden häufig dem Kurs hinterher angepasst; aktuelle Einstufungen finden Sie unter Analysten.

Insiderkäufe

Kaufen Vorstände oder Aufsichtsräte eigene Aktien in größerem Umfang, kann das ein Zeichen von Zuversicht sein. Wie man solche Meldungen liest, erklärt der Ratgeber Directors' Dealings.

Kennzahlen sind Hilfsmittel, keine Kaufsignale. Keine Anlageberatung.

Häufige Fragen

Was ist ein gutes KGV?

Pauschal lässt sich das nicht sagen. Sinnvoll ist der Vergleich mit dem Branchenmedian und der eigenen Historie des Unternehmens; Wachstumsunternehmen haben meist höhere KGVs.

Was sagt der faire Wert aus?

Der faire Wert ist eine Modellrechnung aus Gewinnen, Umsätzen und Dividenden. Liegt der Kurs deutlich darunter, gilt die Aktie nach dem Modell als unterbewertet; Sondereffekte berücksichtigt das Modell nicht.

Wie verlässlich sind Analysten-Kursziele?

Kursziele sind Einschätzungen für meist zwölf Monate und werden häufig dem Kurs hinterher angepasst. Der Durchschnitt mehrerer Analysten ist aussagekräftiger als ein einzelnes Ziel.