Ratgeber · Steuern & Recht
Kryptowährungen kaufen, verwahren und versteuern
Bitcoin und andere Kryptowährungen: Wo man sie in Deutschland kauft, welche Rolle die MiCA-Verordnung spielt, wie man sie sicher verwahrt und wie Gewinne versteuert werden. Stand: 06.10.2026.
Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum sind digitale Vermögenswerte, die auf Blockchains beruhen. Ihre Kurse schwanken weit stärker als die von Aktien; Verluste von 50 Prozent und mehr kamen in der Vergangenheit mehrfach vor. Aktuelle Kurse der 100 größten Coins zeigt die Seite Kryptowährungen.
Wo man Kryptowährungen kauft
- Kryptobörsen und Handelsplattformen handeln die Coins direkt.
- Banken und Online-Broker bieten zunehmend Kryptohandel an, teils mit Verwahrung durch einen Partner.
- Börsengehandelte Produkte (ETP/ETN) bilden den Kurs ab und liegen wie Wertpapiere im Depot.
Seit Inkrafttreten der europäischen MiCA-Verordnung brauchen Anbieter von Krypto-Dienstleistungen in der EU eine Zulassung; in Deutschland ist die BaFin zuständig. Prüfen Sie vor der Kontoeröffnung, ob der Anbieter zugelassen ist.
Verwahrung
Wer Coins bei einer Plattform lässt, vertraut deren Sicherheit. Wer sie selbst verwahrt (etwa auf einer Hardware-Wallet), trägt die Verantwortung für die Zugangsdaten: Geht die Wiederherstellungsphrase verloren, ist das Guthaben verloren. Teilen Sie diese Phrase niemals mit anderen; seriöse Anbieter fragen nie danach.
Steuern in Deutschland
Kryptowährungen gelten steuerlich als private Wirtschaftsgüter, nicht als Kapitalanlage im Sinne der Abgeltungsteuer:
- Gewinne aus dem Verkauf oder Tausch sind steuerfrei, wenn zwischen Kauf und Verkauf mehr als ein Jahr liegt.
- Bei kürzerer Haltedauer gilt der persönliche Einkommensteuersatz; Gewinne bleiben steuerfrei, wenn sie im Kalenderjahr insgesamt unter der Freigrenze von 1.000 Euro liegen. Wird die Grenze überschritten, ist der gesamte Gewinn steuerpflichtig.
- Auch der Tausch einer Kryptowährung in eine andere und das Bezahlen mit Coins gelten als Veräußerung.
- Erträge aus Staking und Lending sind sonstige Einkünfte; die Haltefrist für die eingesetzten Coins verlängert sich dadurch nicht.
Krypto-ETPs im Depot werden dagegen je nach Ausgestaltung wie Wertpapiere behandelt. Dokumentieren Sie alle Transaktionen. Seit 2026 erfassen Krypto-Anbieter in der EU nach der Richtlinie DAC8 die Transaktionen ihrer Kunden für die Finanzbehörden.
Vorsicht vor Betrug
Versprechen hoher, sicherer Renditen, Kontaktaufnahme über soziale Medien und Druck zu schnellen Überweisungen sind typische Merkmale von Anlagebetrug. Die BaFin veröffentlicht Warnungen vor unseriösen Plattformen.
Keine Anlage- oder Steuerberatung. Kryptowährungen sind hochspekulativ, ein Totalverlust ist möglich.
Häufige Fragen
Sind Gewinne aus Bitcoin steuerfrei?
In Deutschland ja, wenn zwischen Kauf und Verkauf mehr als ein Jahr liegt. Bei kürzerer Haltedauer sind Gewinne steuerpflichtig, sofern sie im Jahr insgesamt die Freigrenze von 1.000 Euro erreichen.
Was ist MiCA?
Die europäische Verordnung über Märkte für Kryptowerte. Anbieter von Krypto-Dienstleistungen brauchen danach eine Zulassung; in Deutschland ist die BaFin zuständig.
Wie verwahre ich Kryptowährungen sicher?
Entweder bei einem zugelassenen Anbieter oder selbst, etwa auf einer Hardware-Wallet. Bei Selbstverwahrung darf die Wiederherstellungsphrase niemals verloren gehen oder weitergegeben werden.