Ratgeber · Einstieg
Aktien kaufen: Depot, Börsenplatz und Order Schritt für Schritt
So kaufen Sie Ihre erste Aktie: Depot eröffnen, Börsenplatz wählen (Xetra, Tradegate, Direkthandel), Ordertypen verstehen und Kosten im Blick behalten. Stand: 06.10.2026.
Aktien kauft man nicht direkt beim Unternehmen, sondern über ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Online-Broker. Der Ablauf ist einfacher, als viele denken.
1. Depot eröffnen
Ein Depot ist das Konto für Wertpapiere. Online-Broker und Neobroker bieten es meist kostenlos an; die Eröffnung dauert mit Video- oder Online-Identifikation oft nur wenige Minuten. Unterschiede gibt es bei Ordergebühren, Börsenplätzen, Sparplänen und Zinsen auf das Verrechnungskonto. Eine Übersicht bietet das Verzeichnis der Online-Broker. In Deutschland sind Wertpapiere im Depot Sondervermögen: Geht der Broker pleite, gehören die Aktien weiterhin Ihnen.
2. Aktie auswählen
Jede Aktie hat eine ISIN (internationale Wertpapierkennnummer, zum Beispiel DE0007164600 für SAP) und in Deutschland zusätzlich eine sechsstellige WKN. Mit der ISIN finden Sie die Aktie beim Broker eindeutig. Kurse, Kennzahlen und Analystenmeinungen zu Hunderten Aktien finden Sie unter Aktien und in den Index-Übersichten.
3. Börsenplatz wählen
Deutsche Aktien lassen sich an mehreren Handelsplätzen kaufen:
- Xetra ist der elektronische Handelsplatz der Deutschen Börse mit dem höchsten Umsatz in deutschen Aktien; gehandelt wird werktags von 9 bis 17:30 Uhr.
- Präsenz- und Regionalbörsen wie Frankfurt, Stuttgart, München, Düsseldorf, Hamburg und Berlin bieten längere Handelszeiten. Dort stellen Skontroführer und Spezialisten die Kurse.
- Tradegate und andere Plattformen ermöglichen Handel bis in den späten Abend, oft zu niedrigen Gebühren.
- Direkthandel mit einem Market Maker: Der Broker handelt direkt mit einem Handelspartner, häufig gebührenfrei bei Neobrokern. Wer dahinter steht, zeigen die Porträts der Market Maker.
Entscheidend sind Gebühren und die Spanne zwischen Kauf- und Verkaufskurs (Spread). Bei großen Aktien ist sie überall gering, bei Nebenwerten kann sie erheblich sein.
4. Order aufgeben
Bei einer Market-Order (billigst) wird zum nächsten verfügbaren Kurs gekauft. Mit einer Limit-Order legen Sie den Höchstpreis fest, den Sie zahlen wollen; für Nebenwerte und außerhalb der Haupthandelszeit ist ein Limit fast immer ratsam. Eine Stop-Loss-Order verkauft automatisch, wenn der Kurs eine Schwelle unterschreitet. Mehr dazu im Ratgeber Orderarten.
5. Kosten und Steuern
Zum Kaufpreis kommen Ordergebühren und gegebenenfalls Börsenentgelte. Gewinne und Dividenden unterliegen der Abgeltungsteuer; die Bank führt sie automatisch ab. Mit einem Freistellungsauftrag bleiben 1.000 Euro im Jahr steuerfrei (Steuern auf Kapitalerträge).
Keine Anlageberatung. Aktien können erheblich an Wert verlieren.
Häufige Fragen
Was brauche ich, um Aktien zu kaufen?
Ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Online-Broker mit zugehörigem Verrechnungskonto. Die Eröffnung ist meist in wenigen Minuten online möglich.
Welcher Börsenplatz ist der beste?
Für deutsche Standardwerte bietet Xetra meist die engsten Spannen. Außerhalb der Xetra-Zeiten und bei manchen Neobrokern wird an Regionalbörsen, auf Tradegate oder direkt mit einem Market Maker gehandelt; entscheidend sind Gebühren und Spread.
Sollte ich mit Limit kaufen?
Bei Nebenwerten, Neuemissionen und außerhalb der Haupthandelszeit ist ein Limit fast immer ratsam, damit der Auftrag nicht zu einem ungünstigen Kurs ausgeführt wird.